Flughafen Tegel

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Neben Corona gibt es insbesondere in Berlin und Brandenburg derzeit vor allem ein Thema, das die Diskussionen maßgeblich bestimmt: Die Eröffnung des als Pannenflughafens in die Geschichte eingehenden BER. Und besonders kontrovers wird in diesem Zusammenhang die Schließung des Flughafens Tegel (TXL) diskutiert. Wir verabschieden uns mit einigen Erinnerungen an den TXL.

Rosinenbomber und die Luftbrücke: Bewegte Geschichte

Dass der TXL in Berlin bei den einen heiß geliebt, bei den anderen verhasst ist, liegt nicht nur an seiner stadtnahen Lage, sondern vor allem an seiner Geschichte. Zu Zeiten der sowjetischen Blockade, als West-Berlin vom Rest der Republik abgeschnitten war, wurde auf einem ehemaligen Artillerie-Schießplatz in der Jungfernheide ein Flugplatz eingerichtet, auf dem 1948 die ersten Flugzeuge für die Berliner Luftbrücke landeten. Später wurde der Flughafen erweitert und für den Linienflugbetrieb geöffnet, bis schließlich der heutige Flughafen Tegel „Otto Lilienthal“ auf dem Gelände entstand. So ist zu erklären, dass viele Berliner damit stark verbunden sind.

Nun war Timo an einem verregneten Oktoberabend noch einmal auf der Besucherterrasse und hat einige Abschiedsfotos vom durch Corona bereits stark abgespeckten Flughafen gemacht.

Galerie: Abschied vom TXL

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Schwierige Anbindung, fehlende Rollstuhl-WCs

Ganz so romantisch haben wir den TXL nicht wirklich erlebt. Zwar hängen zahlreiche tolle Reiseerinnerungen an diesem Ort, aber so einiges lief auch ganz gewaltig falsch, weshalb wir diesem Flughafen nur mit einem Auge nachweinen. Schon die Anreise war für uns nur mit dem Taxi praktikabel, weil der Flughafen nur mit Buslinien an den ÖPNV angebunden war. Und das hätte für uns mehrere Umstiege bedeutet – mit Rollstuhl und teils zwei Koffern einfach nicht machbar, während wir recht entspannt per Regionalbahn zum Flughafen Schönefeld/BER fahren können.

Das eilig hinzu gebaute Terminal D/E, das insbesondere von Discount-Airlines genutzt wurde, versprüht den Charme einer Schalterhalle. Das an sich wäre verschmerzbar, andere Planungsfehler hingegen nicht: Dass es hinter der Sicherheitskontrolle keine einzige Rollstuhl-Toilette gibt, sodass Rollstuhlfahrer in diesem Fall noch einmal in den öffentlichen Bereich zurück müssen und sich nochmals der Sicherheitskontrolle unterziehen müssen, gehört zu den kleinen Überraschungen, die TXL so für seine Gäste bereithielt…

Galerie: Reisebilder vom TXL

Rückblende: Unsere TXL-Anekdoten!

Trotz seiner kleinen Schwächen wird uns der Flughafen Tegel für immer in Erinnerung bleiben. Nicht nur die Reisen, die hier begonnen und geendet haben, sondern auch andere Erinnerungen.

Da wären unsere Flitterwochen auf Korsika, die hier ihren Anfang und ihr Ende hatten. Auch wenn der Urlaub selbst traumhaft schön war, an beide Flüge erinnern wir uns eher mit gemischten Gefühlen. Nach dem Hinflug stellten wir in Bastia am Flughafen fest, dass Adinas Rollstuhl am Vorbau eine heftige Stauchung hatte und der Rahmen komplett verzogen war. Es folgten viel Papierkrieg und endlich ein neuer Rollstuhl. Beim Rückflug wollte uns die Cabin Crew getrennt voneinander setzen, was in endlosen öffentlichen Diskussionen an Bord führte, bis schließlich der Flugkapitän ein Machtwort sprach. Wir blieben zusammen, neben mir saß ein Typ, der auf uns sauer war, weil er nicht neben seinem Kumpel sitzen konnte (nachdem die Flugbegleiterinnen ernsthaft ein schwangeres Paar auseinander setzen wollte, die sich da verständlicherweise auch geweigert haben…). Insgesamt ein Katastrophenflug, bei dem sich Germanwings nicht mit Ruhm bekleckert hat.

Unvergesslich auch die Mega-Panne bei unserer letzten Reise von Tegel. Wir schreiben den 18. Mai 2019, es ist 8:00 Uhr morgens an einem Samstag. Wir steigen aus dem Taxi, bezahlen per App, stapeln unser Gepäck, ich (Timo) will mich auf den Checkin vorbereiten. Tickets sind da, Abflug 10:25 mit EasyJet nach Catania. Als ich in den Handgepäckrucksack greife, gefriert mir das Blut in den Adern, Adina sieht sofort an meinem Gesicht, dass etwas schief gelaufen ist. Ich werde hektisch, und Sekunden später wird es mir klar: Gestern Abend war ich noch schnell einkaufen. Mit Jacke. Mein Geldbeutel ist in der Jackentasche. Die Jacke liegt im Flur. Samt Personalausweis und Kreditkarten, die ich für den Mietwagen benötige. Panik! Ich rauche eine Zigarette und sortiere mich, greife dann zum Handy und rufe meine Freundin an, die im selben Haus wohnt und einen Schlüssel zu unserer Wohnung hat. Die Mutter meiner Patenkinder ist am kindfreien Samstagmorgen zunächst wenig begeistert, als ich sie aus dem verdienten Schlaf klingle, versteht dann aber doch den Ernst der Lage. Ich schicke ihr ein Taxi, verspreche ihr ein großes Mitbringsel von Sizilien, und wir checken schonmal ein, denn wenigstens liegt mein Reisepass noch im Rucksack. Rund 45 Minuten später erspähe ich endlich das Taxi mit ihr an Bord, falle ihr um den Hals, greife meinen Geldbeutel und schicke sie mit dem Taxi zurück ins Bett. Der restliche Urlaub mit der Familie wurde dann glücklicherweise traumhaft, und ich wusste nun wieder einmal mehr, wie froh wir sein können, wirklich gute Freunde zu haben (An dieser Stelle wieder einmal herzlichen Dank an dich!).

Bei all diesen kleinen Erinnerungen: wir haben traumhafte Ziele von hier aus erkundet. Kanada, Curacao, und viele weitere Reisen haben hier Anfang und Ende gefunden.

Wir sagen „Danke TXL!“ und nehmen Abschied in dieser wilden Zeit, in der Reisen für uns praktisch unmöglich geworden ist. Wir freuen uns darauf, irgendwann einmal den BER einzuweihen und auf neue Reisen zu gehen…

Lust auf weitere Reiseerinnerungen? Hier findet ihr mehr!

Einige Blogartikel: Unsere Reisen von TXL aus

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