Gerätewagen aufgebaut mit Hustenassistent und Inhalator
Gerätewagen aufgebaut mit Hustenassistent und Inhalator

Foto: mobilista.eu

Viele dürften das Problem kennen: Medizintechnik, die in Kisten oder Schubladen auf ihren sporadischen Einsatz wartet. Werden solche medizinischen Geräte dann benötigt, beginnt das große Suchen nach Zubehör, anschließend wird entstaubt. Wir hatten davon genug und wollten für diesen Zweck einen Gerätewagen auf Rollen – die meisten dafür vorgesehenen Modelle verbreiten aber nicht nur Krankenhaus-Flair, sondern sind auch noch vergleichsweise teuer. Den kompletten Selbstbau haben wir nach kurzer Skizzierung verworfen, also haben wir uns auf die Suche nach Möbeln gemacht, die sich in einen Gerätewagen verwandeln lassen. Und wir waren erfolgreich.

Anforderungen an Gerätewagen

Die Anforderungen an Gerätewagen sind individuell. Für uns sollte Platz für Hustenassistent (den Cough Assist), den Pari Boy-Inhalator und eine Schublade für Zubehör und Diagnose wie Pulsoxy, Fieberthermometer und Co. vorhanden sein, die Beatmung sollte bei Bedarf obendrauf gestellt werden können. Zudem sollte eine zentrale Stromversorgung her, und der Wagen sollte seitlich verkleidet sein. Aufgrund der Schublade fiel Selbstbau weg – zu teuer oder zu aufwändig wäre dieses Projekt geworden. Die in Kliniken üblichen Gerätewägen schlossen wir von Anfang an aus – nicht nur der hohe Preis, sondern auch ihr Aussehen waren dafür klare Faktoren.

Also gingen wir auf die Suche. Die erste Idee war es, einen Nachttisch wie den IKEA Hemnes entsprechend umzubauen – der wiederum erwies sich als zu schmal. Servierwägen waren meist zu breit und zu teuer für den gewählten Zweck. Schließlich stolperten wir durch die Empfehlungen bei Amazon über einen „Holz Küchenwagen mit 3 Ablagen + Schublade„, dessen Abmessungen exakt dem entsprachen, was wir suchten. Zwar war die mittlere Ablage zu niedrig, die wurde aber ohnehin nicht gebraucht, und so konnten wir sie einfach weglassen.

Aufbau des Gerätewagens

Rollwagen aufgebaut, mit Steckdosenleiste

Foto: mobilista.eu

Wir bestellten den Wagen also und bauten das gute Stück schließlich auf – wie geplant blieb dabei eine Ablage in Form eines hübschen Tabletts, das bereits vormontiert war, übrig. Positiv daran fielen der einfache Aufbau durch viele Vormontagen, die Verarbeitungsqualität, an der sich für weniger als 40 Euro nichts aussetzen ließ, und die beiden vorderen bremsbaren Laufrollen auf.

Im hinteren Teil der unteren Ablage montierten wir eine Steckdosenleiste. Hier empfiehlt es sich, nicht die billigsten Modelle zu nehmen, insbesondere, wenn der Wagen beispielsweise zum Laden von Akkus lange am Strom hängt – unsere Empfehlung wäre die Dreifach-Steckdosenleiste mit Schalter (Kopp). Mehrere Tests haben gezeigt, dass allzu billige Steckdosenleisten aus Fernost durchaus zu Kurzschlüssen und damit verbundener Brandgefahr neigen…

Modifikationen

Was jetzt noch fehlt, werden wir im zweiten Teil dieses Artikels vorstellen: die Verkleidung des Gerätewagens nach hinten und nach den Seiten. Hierfür werden wir beschichtete HDF-Platten aus dem Baumarkt nutzen, zudem wird die Front künftig durch einen kleinen Vorhang abgedeckt werden. Haken sorgen für die Fixierung von losen Kabeln und Schläuchen, und seitlich wird ein kleiner Abfalleimer montiert werden, in dem gebrauchte Taschentücher, leere Packungen etc. hygienisch entsorgt werden können. Preislich bewegt sich der Gerätewagen so je nach Ausstattung um die 60 Euro – deutlich günstiger und dabei wesentlich ansehnlicher als entsprechende Modelle aus dem Zubehörhandel also!

Es muss also nicht immer ein fertiger Beatmungsplatz aus dem Klinikfachhandel sein, um Geräte zu verstauen. Gerade im Heimbereich ist es angenehmer, wenn nicht ganze Zimmer aussehen wie ein Krankenhaus – und dabei lässt sich auch noch bares Geld sparen.

[stextbox id=“beatmung“]Dieser Artikel gehört auch zur Themenseite „Heimbeatmung und Schlafapnoe“. Suchen Sie weitere Informationen, besuchen Sie die Themenseite – hier klicken.[/stextbox]

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