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Drei Menschen in einem Pflegebett

Foto: oxfamnovib/flickr.com (cc by-nd 2.0)

Viele Menschen pflegen ihre Angehörigen in völliger Selbstaufopferung. Was zunächst selbstverständlich klingt, sollte aber einigen Grundregeln unterliegen. Denn wer sich oder seine Gesundheit tatsächlich opfert, ist am Ende für niemanden mehr eine Hilfe. Die eigene Gesundheit muss im Auge behalten werden – auch und gerade im Interesse des Angehörigen, der gepflegt wird. Eine wichtige Rolle dabei spielt die Ergonomie.

Was bedeutet Ergonomie?

Ergonomie ist die Lehre der optimierten Arbeitsabläufe mit dem Ziel, körperlichen Verschleiß so gering wie möglich zu halten. Im Arbeitsalltag gibt es hier zahlreiche Richtlinien, in der häuslichen Pflege sind diese Grundlagen aber häufig unbekannt.

Ergonomie in der häuslichen Pflege

Auch in der häuslichen Pflege durch Angehörige sind einige ergonomischen Grundsätze möglich:

  • Ergonomisches Heben: Nie aus dem Rücken heraus heben! Dies kann dauerhaft zu einem Bandscheibenvorfall und schlimmstenfalls zum Totalausfall des Pflegenden führen! Die Hebekraft sollte aus Knien und Hüfte kommen.
  • Zugänglichkeit: Überall dort, wo Patienten regelmäßig gehoben werden müssen, beispielsweise im Bad, im Schlafzimmer sollte ausreichend Raum für einen ergonomischen Aktionsradius verfügbar sein.
  • Beim Schieben oder heben des Rollstuhls ebenfalls auf die eigene Körperhaltung achten und beispielsweise die Griffe optimal einstellen.
  • Hilfsmittel: Es gibt zahlreiche unterschiedliche Hilfsmittel zur Umlagerung. Dabei ist darauf zu achten, dass auch die vorhandenen Fertigkeiten des zu Pflegenden genutzt und trainiert werden. Nicht jeder Patient benötigt einen Badewannenlift – manch einer kann leicht vom Rollstuhl auf ein Badewannenbrett umsitzen. Nutzt beispielsweise den oft eher lästig empfundenen Pflegebesuch, um euch beraten zu lassen und bezieht auch eventuell involvierte Ärzte und Physio- oder Ergotherapeuten mit ein!
  • Schulung: Viele Krankenkassen bieten kostenlose Kurse für pflegende Angehörige. Ergonomisches Arbeiten gehört ebenso wie andere Grundlagen der Pflege zum Kursangebot.

Achte auf deinen Körper!

Auch pflegende Angehörige können krank werden – körperlich wie psychisch. Die häusliche Pflege kann mitunter mit hoher Anstrengung und großer psychischer Belastung verbunden sein.
Wichtig ist, auf Warnzeichen zu achten und nicht den Helden spielen zu wollen. Auch pflegende Angehörige brauchen dann und wann eine Auszeit oder auch psychologische Betreuung. Nehmt Hilfsangebote in Anspruch – wie beispielsweise auch die Verhinderungspflege!

Seid ihr als pflegende Angehörige schon einmal an eure Grenzen gestoßen? Oder habt ihr weitere Hinweise? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

1 Antwort
  1. Dorena sagte:

    Hallo ! Mein Mann und ich, wir sind 28 Jahre verheiratet und seit Kindertagen bzw. unterschiedlich behindert. Er ist 100% schwerbehindert mit Pflegestufe 2 und ich bin an Taubheit grenzend schwerhörig seit 4.Lebensjahr. Ausserdem ist irgendwas im Kopf nicht 100% okay, so dass ich seit früher Jugend Erwerbsminderungsrente habe. Mein Mann hat auch eine Rente, weil er Spasiker ist. Ich weiss, dass es diese Verhinderungspflege gibt. Ich spüre jetzt auch, dass ich solche Auszeiten brauche trotz aller Liebe, die wir füreinander hegen. Wir haben nur zwei Probleme :
    1.Mein Mann möchte nicht zwei,drei Wochen allein in der Wohnung bleiben, sondern in Gemeinschaft wohnen, bloss wo , wenn er nicht lauter alte Leute um sich rum sehen will ? Und zur WfbM arbeiten fahren will er dann auch.
    2. Wie sollen wir sparen bei den Preisen heutzutage, damit wir zweierlei Hotelkosten bezahlen können ? Fahrkarte und Taschengeld braucht man ja auch……….usw.
    Ich hätte es gern gesehen, dass er zur Kur fahren kann. Aber die ist ihm abgelehnt worden. Begründung : an seinem Gesundheitszustand wird sich nichts zum Besseren ändern. Ambulante Physiotherapie ist ausreichend.
    Für mich selber Kurantrag stellen habe ich mich bis jetzt nicht getraut, obwohl ich weiss, es gibt spezielle Häuser für Hörgeschädigte. Mir ist bange wegen Ablehnung.
    Ich werde aber in den nächsten Jahren wenigstens 1-2X im Jahr ein verlängertes Wochenende allein wegfahren und meinen Mann der örtlichen Sozialstation anvertrauen. Das ist immer noch besser als nix. Ambulant betreutes Wohnen soll auch kommen. So, das waren ein paar gedanken Thema Häusliche Pflege. Grüssele Dorena

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