Spreewelten Hotel

Werbungs-Hinweis

Diese Reise wurde von der Spreewelten GmbH unterstützt. Unsere Meinung bleibt davon aber wie üblich unbeeinflusst, der Artikel gibt unsere eigenen Erfahrungen wieder.

Am Rande des Spreewaldes in Lübbenau, nur einen Steinwurf von Berlin entfernt, werben die Spreewelten mit dem Slogan „Baden mit Pinguinen“ – und auch im neu gebauten Hotel auf dem alten angrenzenden Gutshof zu übernachten. Und wenn wir „Pinguine“ hören, gibt es kein Halten mehr. Nicht umsonst haben wir Piet als Maskottchen, der inzwischen auch zu unserem Logo gehört. Und schließlich soll das Ganze auch noch rollstuhlgerecht sein. Also haben wir uns schleunigst auf den Weg in den nahegelegenen Spreewald gemacht und sind in den Spreewelten abgetaucht!

Spreewelten-Hotel: Ganz nah bei den Pinguinen

Am Samstagnachmittag parken wir vor dem Hotel und checken ein. Der Eingangsbereich wirkt gemütlich-rustikal mit regionalen Details, es gibt sogar eine Bibliothek, ein Kinderspielzimmer und eine Bar mit Kamin für kuschlige Stunden. Die Rezeption erklärt uns das Gelände und die wenigen kleinen Besonderheiten, die Rollstuhlfahrer hier beachten müssen. Unser Appartement liegt am Ende des Flurs im Speicher gelegen, der über einen kurzen überdachten Außengang mit dem Gutshaus verbunden ist, in dem sich Rezeption und Hotelbar befinden. Hinter der Tür erleben wir eine Überraschung: Das Appartement ist erstaunlich geräumig, hell und freundlich gestaltet und modern eingerichtet. Das Boxspringbett verspricht angemessenen Schlafkomfort, der Fernseher lässt sich zwischen Bett und Sofa herumschwenken, und an der Seite gibt es eine kleine vollausgestattete Küche. Selbst die Terrasse ist fast schwellenlos erreichbar, und das Bad hat nicht nur großzügige Dimensionen, sondern insbesondere die befahrbare Dusche im Spreewald-Design hat es uns angetan.

Im Gespräch mit der Hotelleitung erfahren wir, dass Barrierefreiheit hier von Anfang an mitgedacht wurde – Anfang 2019 eröffnete der neu erbaute Hotelkomplex, und das Konzept wirkt für uns schlüssig und durchdacht. Selbst ein tiefer Spiegel im Bad ist vorhanden – ganz im Gegensatz zu vielen anderen Hotels. Alle Bereiche des Hotels sind für Rollstuhlfahrer erreichbar, auch an einen niedrigen Bereich am Tresen der Rezeption wurde gedacht. Das Spreewald-Motiv zieht sich durch das gesamte Design des Hotels, und erfreulicherweise macht auch unser Bad im rollstuhlgerechten Zimmer hier keine Ausnahme – beim Duschen kommen wir uns wirklich vor wie in den Tiefen des Spreewaldes. Aber vor weiteren Erkundungen werfen wir uns schnell in Schale, denn die Pinguine warten nebenan auf uns, und wir machen uns auf den Weg ins benachbarte Spreewelten-Bad – natürlich stilecht im Bademantel über den Bademantel-Gang, der über einen Fahrstuhl erreichbar im zweiten Stock beginnt und direkt ins Bad führt!

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Spreewelten-Bad

Am Ende des Bademantelgangs fahren wir mit dem Fahrstuhl abwärts und kommen direkt im Eingangsbereich des Bades heraus. Vorn im Umkleidebereich gibt es eine separate, verschlossene Kabine für Rollstuhlfahrer mit einigen Spinden, dahinter eine Kabine mit Toilette und Dusche für Rollstuhlfahrer – und dann geht es ins Bad!

Ein Schwimmbad-Rollstuhl steht zur Ausleihe bereit, aber wir wollen uns erstmal so umsehen: wir kommen direkt beim Schwimmmeister in die Halle, und vor uns eröffnet sich der Blick auf die große Innen-Badelandschaft mit einem Wellenbecken mit flachem Einstieg, dahinter ein Strudelbad (das Weltentor) und die Durchleitung nach außen. Links von uns entdecken wir zwei Rutschen und ein eigenes Bad, das sich Spreewald 360 Grad nennt: ein Solebecken mit ordentlich Wärme und Massagedüsen innerhalb eines Spreewald-Panoramas. Eine Tür hinter diesem Becken führt ebenerdig ins Freie – aber Vorsicht: sie lässt sich von außen nicht öffnen! Prompt sind wir barfuß und im Bademantel bei 5 Grad Außentemperatur in diese Falle getappt, weil wir unbedingt die Pinguine in ihrem Außengehege besuchen wollten. Glücklicherweise führt eine Tür nahebei über Treppen zurück ins Warme, und so können zumindest Fußgänger schnell wieder ins Bad flitzen und die rettende Tür öffnen…

Die Pinguine lassen sich an mehreren Stellen beobachten: einerseits im Außenbereich, der ebenerdig zugänglich ist, aber zumindest im Winter nur kurzzeitig zum Verweilen einlädt. Vom Außenbecken aus können sie durch die größte Plexiglas-Scheibe Europas beim Schwimmen beobachtet werden, und vom Innenbereich aus können sie im Trocken-Spielplatz bestaunt werden. Dieser ist aber leider nur über Treppen erreichbar, wodurch uns eine der bekanntesten Ansichten aus den Spreewelten entgangen ist. Vielleicht finden sich hier noch Lösungen…

Da wir an einem kalten Samstagnachmittag am ersten Adventswochenende angereist sind, ist das Bad erwartungsgemäß reichlich bevölkert. Hunderte Kinder und Eltern tollen hier herum, und weil wir als Hotelgäste auch noch später am Abend Zugang zum Bad haben, beschließen wir, unsere Erkundungstour zunächst fortzusetzen und die riesige Saunalandschaft zu besichtigen. Diese ist über eine separate Tür im Bistrobereich für Rollstuhlfahrer erreichbar.

Das Bad werden wir nach dem Abendessen wieder besuchen – und dabei ein blaues Wunder erleben, denn wir werden hier später ein komplett leeres Bad vorfinden, in dem sich keine 20 Menschen mehr aufhalten – ein absoluter Geheimtipp für Hotelgäste!

Spreewelten – die Saunalandschaft

Hinter der Tür empfängt uns wohlige Wärme und angenehme Ruhe nach dem turbulenten Treiben im Badebereich. Ein großer Ruhebereich empfängt uns, dahinter finden sich viele verschiedene Saunen – von der Anfänger-Biosauna mit 45 Grad über eine 50 Grad warme Infrarotkabine und Dampfbad bis hin zur 95 Grad heißen Profisauna, bei der wir Amateure wohl schon nach wenigen Minuten den Garpunkt erreicht hätten. Dazu lassen sich unterschiedliche Wellness-Anwendungen buchen. Die Ruhe hier ist extrem wohltuend, und erfreulicherweise sind alle Kabinen auch mit Rollstuhl zugänglich. Aber uns lockt noch eine weitere Besonderheit der Spreewelten: das außen gelegene Saunadorf!

Für uns als Warmduscher sind die Außentemperaturen an diesem Dezember-Wochenende selbst mit Bademantel nur schwer ertragbar, während wir zusammen mit offensichtlich erfahrenen und komplett unbekleideten Saunagängern über das Außengelände wandern. Knapp zehn unterschiedliche Hütten beherbergen verschiedene Saunen mit Themen wie Gute Stube, Salzsauna oder sogar – passend zum Spreewald-Thema, das sich komplett durch die Spreewelten zieht – eine Gurkensauna. In einer kleinen Hütte stoßen wir zufällig auf den „kleinsten Weihnachtsmarkt der Welt„, der auf extrem kleiner Fläche Glühwein und kleine Adventsgeschenke verkauft (Glühwein in der Sauna scheint auch eher etwas für die hartgesottenen Saunagänger zu sein…). Wir wärmen uns in der angrenzenden Scheune am Kachelofen in der Tenne auf und schmieden einen Plan, nachdem wir gut eine Stunde gebraucht haben, um einen Überblick zu bekommen. Wir stürzen uns in unser Wellness-Programm und geniessen den Tag – und sind erfreut über die vielen Möglichkeiten für Rollstuhlfahrer. Zwischendurch tauschen wir Adinas Rollstuhl gegen den hauseigenen Rollstuhl und testen ihn. Allerdings hält sich Adinas Begeisterung über den wenig komfortablen Duschrollstuhl in Grenzen, so dass sie schon bald zurück wechselt.

Unsere Mägen erinnern uns daran, dass wir ein Detail noch nicht getestet haben – nämlich das Gastronomie-Angebot der Spreewelten. Und davon gibt es hier reichlich: In der Sauna, im Bad, und nicht zuletzt das hoteleigene Restaurant. Sie alle versprechen Qualität und regionale Speisen.

Hinweis zur folgenden Galerie: In der Saunalandschaft herrscht aus nachvollziehbaren Gründen Fotografierverbot. Wir beschränken uns daher ausnahmsweise auf einige symbolische Pressefotos der Spreewelten GmbH.

Gastronomie in den Spreewelten

Abends und zum Frühstück gibt es ein reichhaltiges Buffet im hoteleigenen Restaurant: eine breite Palette an regionalen Speisen, aber auch kontinentale Standards finden sich ansprechend und frisch auf dem Buffet. Auch hier kommt der Spreewald natürlich zum Tragen: Spreewald-Gurken sowie Produkte von regionalen Erzeugern wie Senf sind überall anzutreffen. Sowohl abends als auch zum Frühstück futtern wir uns durch und verlassen das Restaurant anschließend satt und zufrieden.

Kleine Snacks und Zwischenmahlzeiten gibt es sowohl im Bistro des Bades als auch in der Saunalandschaft – Adina hat hier vergeblich gegen einen riesigen Teller mit verschiedenen Spreewald-Gurken und frischem Brot mit Schmalz angekämpft, während Timo eine Lachs-Variation gerade so bezwungen hat. Für „kleine Snacks“ sind die Portionsgrößen insbesondere in einem Wellness-Bereich nahezu atemberaubend!

Nachdem wir den Abend noch weitestgehend im endlich fast leeren Bad verbracht haben, lassen wir ihn schließlich drüben im Gutshaus an der Hotelbar ausklingen. Mit einem Drink in der Hand lassen wir uns am Kamin vollends aufwärmen und verlieren uns beim Blick in die züngelnden Flammen, bevor wir schließlich ins Bett fallen, um von Pinguinen zu träumen…

Fazit

Die Recherche war nicht ganz einfach. Es erschliesst sich insbesondere im Hinblick auf das Bad und die Sauna nicht, was Rollstuhlfahrer dort alles machen können (und was eben nicht) – umso erfreuter waren wir über die breite Spanne an Möglichkeiten, die wir in den Spreewelten mit Rollstuhl hatten. Die Informationen hier sind derzeit noch etwas spärlich. Das Hotel wurde von Anfang an auch im Hinblick auf Rollstuhlfahrer gebaut und durchdacht, und das merkt man. Wir finden sowohl im Bad als auch im Hotel kleine Schwächen und stoßen natürlich auch auf die eine oder andere Hürden. Beispielsweise war der Fahrstuhl am Ende des Bademantelgangs tatsächlich am Ende des Tages defekt – wohl erstmalig in der Geschichte seit seinem Einbau. Das war natürlich der typische Vorführ-Effekt, der uns aber eher belustigt, weil es einen anderen Weg zurück zum Hotel gibt, nämlich den kurzen Gang über den Hof. So entfiel zwar ein kleines Stückchen Komfort, aber wenigstens konnten wir trotz defektem Fahrstuhl alles weiter ohne größere Einschränkungen nutzen.

Insgesamt haben wir eine kleine Auszeit vor den Toren Berlins erlebt, die wir so nicht erwartet hätten, und sind sehr erholt zurückgekehrt. Was uns sehr geholfen hat, ist die Hilfsbereitschaft des Personals, die allgegenwärtig war: ob im Hotel, im Bad oder in der Gastronomie war immer sofort jemand zur Seite, sobald wir irgendwelche Schwierigkeiten hatten. Es gibt eine kleine Liste an Verbesserungsvorschlägen, aber wir können die Spreewelten für Rollstuhlfahrer uneingeschränkt empfehlen!*

* Wir haben die Spreewelten auf eine Einladung der Betreibergesellschaft Spreewelten GmbH besucht, siehe Transparenzhinweise zu Beginn des Artikels. Unsere Objektivität beeinflusst das allerdings nicht, und wir haben unserem Partner eine Liste an kleinen Optimierungsvorschlägen vorgelegt.

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